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Begegnung

Ich sah dich schon.
Im Sonnenschein
beim Roggenfeld am Wiesenrain
stand wilder Mohn;
die Kelche blühten blutrot breit,
den Schoß voll blauer Dunkelheit,
und jäh aus einer Knospe quoll
ihr glühendes Seelchen, unruhvoll.

So sah ich Dich, du knospiges Kind, erglühn,
gestern im Feld am stillen Fichtenhain,
als im Vorübergehn mein Blick dich küßte;
mit allen Adern schienst du aufzublühn,
so scheu und rein,
als ob ich um Verzeihung bitten müßte.

War's ein Erglühn? War's nur ein Widerschein?
das Rot des roten Sommerkleids um dich?
das Abendrot, das fern verglomm im Tann?
War's ein Erglühn, das erste war es dann,
das deine jungen Schläfen so beschlich;
so bang, so schwer sahst du mich an,
so fast voll Angst zurück nach mir,
als du verschwandest sacht im dichten
Gewühl der silbergrünen Fichten.

Doch meine Seele folgte dir,
dein blautief Auge blieb in mir.

Ich sah dich schon,
du flüchtendes Kind:
heiß durch den Roggen strich der Wind
und bebend neigte sich der Mohn.
Ich hab eine rote Blüte verwehn,
zwischen den Halmen zerflattem sehn,
und habe den Blättern nachgeträumt;
und immer ist mir noch, ich schaue
in ihren Kelch, der glutumsäumt
sich jäh vertieft ins Dunkle, Blaue ...

 

 

00:01

Plötzlich sind sie da,
tanzen um mich herum,
sehen auf mich herab,
mit vorwurfsvollen Augen.

"Was hast du uns angetan?
Waren wir es dir nicht wert,
um uns zu kämpfen?"

Und ich weiß nicht,
was ich ihnen sagen soll.
Ihnen, geschaffen von mir
und dann allein gelassen...

Träume,
nur geträumt,
nicht gelebt.

 

 

Einsam laufe ich am Strand entlang,
sehe manchmal noch deine Fußspuren,
vom Meer fast verwischt.

Ich hatte es nur als Spiel empfunden,
als du losgerannt bist.
Erst als du uneinholbar enteilt warst,
erkannte ich,
dass es deine Art war,
Lebewohl zu sagen.

 

 

Du hattest einen Frosch in der Hand
und hast ihn doch nicht geküsst.

Aber ehe du dich jetzt fragst,
ob es nicht vielleicht
ein verzauberter Prinz war -

es war nur ein verwunschener Zwerg,
immer noch auf der Suche
nach Schneewittchen...

 

 

Angel

Angels watch my sleep
See that it is deep
Know it when I'm sad
Stand around my bed

Save me all the night
Show me what is bright

Catch for me a star
It's the one you are

 

Der Rabe

Der Rabe zieht weiter - ganz allein
Ist besser so - es soll so sein.
 
Er sucht sich selbst und findet nicht,
doch hat sich schon und windet sich.
 
Die Trauer in ihm ist zu stark,
daß er jetzt nicht mehr schreiben mag.
 
Schließt den Kreis, den er gezogen.
Hat sich dabei zu oft verflogen.
 

Engel lügen nicht!!!

Ich dachte du wärst ein Engel, mein Engel....
So wunderbar, so schön, so lieb...
du hättest gar nichts anderes sein können..
Ich dachte du kämest aus dem Himmel...
extra an mich geschickt..damit ich endlich der
Liebe meines Lebens begegne...
Tatsächlich war es Liebe auf den ersten Blick...
Nie mehr wollte ich dich loslassen...
immer bei mir haben...
meinen Engel mit niemandem teilen...
Der Himmel sollte dich doch nur für mich losgelassen haben...
Eine so wunderschöne Zeit...
du hast mich so oft mit in den Himmel genommen...
und immer gesagt...
"keine Angst, ich würde dich nie fallen lassen... "
Du hast mich verzaubert... hast mich blind gemacht...
zu blind...
denn du hast mich doch fallen gelassen...
der Aufschlag war heftig...
Heftig genug um endlich aufzuwachen...
Denn du hast mich betrogen...
du hast mich zum Narren gemacht...
hast mich verletzt...
Du hast immer gesagt...
du würdest nur mich lieben...
doch du hast gelogen...
Seitdem weiß ich, dass du dich selbst verraten hast...
du kannst nämlich gar kein Engel sein...
Denn Engel lügen nicht!

 

 
(weitere Gedichte folgen)

 

 

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